Eröffnung der Priesterhausbibliothek in der Erzdiözese Salzburg mit Erzbischof Alois Kothgasser und dem Jerusalempilger Bernhard von Breydenbach (1486)

Erzbischof Alois Kothgasser eröffnete am 30. Oktober 2012 in einem Festakt in den Räumen des Priesterseminars der Erzdiözese Salzburg die umgebaute Priesterhausbibliothek. Die Priesterhausbibliothek wurde im Zuge des Umbaus des Priesterseminars erweitert und bekam mehrere Räume im ersten Stock dazu. Sie ist Teil der Diözesanbibliothek Salzburg. Leiterin Dr. Karin Schamberger berichtete bei der Eröffnung aus der geschichtlichen Entwicklung. Die etwa 120.000 Bände (ca. 130 Inkunabeln, 1000 Frühdrucke, Werke zu Kirchenrecht und Kirchengeschichte, theologische, historische, juristische und naturwissenschaftliche Fachliteratur, Liturgica, Salisburgensien, Periodika) sind durch einen Zettelkatalog und teilweise durch EDV erschlossen. Der Autorenkatalog bis 1960 ist über die Homepage des Archivs in Volltextsuche einsehbar. Die Eröffnungsfeier gestaltete ein Gitarrenquartett unter der Leitung von Mozarteum-Professor Wolfgang Guttmann mit Musik aus zwei Jahrtausenden.

Als Delegation der Nachbardiözese Linz und als kleines Eröffnungsgeschenk brachten Bibliotheksdirektor Ingo Glückler und sein Auxiliarbibliothekar Stefan Dorninger von der Diözesan- und Universitätsbibliothek der Katholisch-Theologischen PrivatUniversität Linz  symbolisch einen mittelalterlichen Bericht von einer Pilgerreise ins Heilige Land mit, den sie darüberhinaus im Originalkostüm darstellten. Sammeln, Erschließen, Bereitstellen und Vermitteln sind die vier klassischen Aufgaben einer Bibliothek. Gerade bei historischen Sammlungen, wie die der Priesterhausbibliothek, kommt die Vermittlung jedoch häufig zu kurz. Dass das allerdings nicht so sein muss, wollte der kurze Beitrag von Ingo Glückler und Stefan Dorninger von der Diözesan- und Universitätsbibliothek der Katholisch-Theologischen PrivatUniversität Linz mit dem Ansatz der Historischen Interpretation zeigen. Die Methoden der Living History machen Kultur und Alltag einer vergangenen Epoche durch Rekonstruktionen und durch Menschen erfahrbar. Ganz wesentlich dabei sind die immateriellen Dinge – die sogenannten intangibles (UNESCO – Konvention zum Schutz des immateriellen Kulturerbes). Hauptaugenmerk wird auf die Art zu sprechen, das Denken, die religiösen Vorstellungen und den sozialen Umgang vergangener Zeiten gelegt, die uns, die wir in der heutigen Zeit, Kultur und im Zeitalter der Globalisierung leben, oft verloren gegangen bzw. fremd geworden sind. Living History schafft Emotionalität und Lebendigkeit, was mit einer klassischen Ausstellung – ein Buch liegt in einer Vitrine und ist vielleicht noch mit einer kurzen Beschreibung versehen – nicht zu bewerkstelligen ist. Living History ist Geschichte zum Erleben und zum Anfassen. Ingo Glückler und Stefan Dorninger von der Diözesan- und Universitätsbibliothek der Katholisch-Theologischen PrivatUniversität Linz blieben aber nicht bei der Theorie stecken, sondern nahmen den Herrn Erzbischof und alle anderen Eröffnungsgäste – wenn auch nur in einem ganz kurzen Ausschnitt – in die faszinierende Welt der Living History mit. Sie machten einen großen Sprung ins 15. Jahrhundert – angesichts der langen Geschichte der Erzdiözese Salzburg in Wahrheit nur ein kleiner Sprung – und begaben sich mit Ihnen auf eine kurzweilige Reise in das Heilige Land.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: