Etwas Altes… – Promovieren im Jahr 1744

Im 18. Jahrhundert war die erfolgreiche Bewältigung eines Doktoratsstudiums noch mehr von der mündlichen Abschlussprüfung, einer Disputation in großem Rahmen, abhängig, als vom verfassen einer schriftlichen Arbeit. Weithin war es üblich, dass in dieser Disputation keine eigene Arbeit verteidigt wurde, sondern Thesen eines anderen, meist des Prüfungsvorsitzenden. Diese Thesen wurden im Falle der Universität Salzburg häufig mit großem Aufwand in Druck gebracht und sind daher sehr gut dokumentiert:

Titelblatt_003 112Am 8. August 1744 wurde in Salzburg fr. Joseph Reindl von St. Emmeram in Regensburg von einer Kommission unter dem Vorsitz des Professors für Metaphysik, P. Pirmin Neureuther von Mondsee geprüft. Neureuther war auch der Verfasser der zugehörigen „Dissertationes philosophicae de primo, quo corpus naturale vivit, principio.“ Abgehalten wurde diese Disputation unter den Auspizien des Klosterpatrons des Prüflings, des Heiligen Emmeram. Die Dissertation befasst sich auf 219 Seiten ausführlich mit Fragen dieseits und jenseits der Grenze zwischen Naturwissenschaft und Metaphysik – von „Über die organischen Teile der Pflanzen“ bis hin zu „Ist die vernünftige Seele unsterblich?“ Im Anschluss sind auch die in der Disputation im einzelnen diskutierten Thesen abgedruckt. Diese Dissertation ist ein außerordentlich schönes und ausführliches Beispiel für die akademische Arbeit im 18. Jh.

Ein aus dem Kapuzinerkloster Gmunden stammendes Exemplar befindet sich in der DUB Linz unter der Signatur 003 112 und kann hier eingesehen werden.

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